Der Jahreskreis

Der Jahreskreis


Das Hexenjahr orientiert sich am keltischen Jahreskreis, die Feste sind in Sonnen- und Mondfeste eingeteilt und werden auch als große und kleine Sabbate bezeichnet. Der Jahreskreis beginnt mit Samhain, dieses Fest gilt im Hexentum als die Neujahrsnacht des Mondjahres, wobei in manchen Kreisen das Neujahr auch zu anderen Zeiten gefeiert wird, wie zB zu Yule oder Beltane. Die 8 Hauptfeiertage richten sich entweder nach festen Daten oder nach dem Stand von Mond und Sonne, was bedeutet das die Termine jährlich variieren können. Neben den 8 Sabbat-Festen gibt es die 13 Esbate, die zu Ehren der Göttin bei Vollmond oder Schwarzmond veranstaltet werden. Hinzu kommen dann noch persönlich bevorzugte weitere Festtage.

Mondfeste (Licht- / Feuer-Feste)

Die vier Feuerfeste gelten als die höheren Festtage und werden daher auch als große Sabbate bezeichnet. Sie liegen jeweils genau in der Mitte zwischen zwei solaren Festen.
  • Samhain
  • Imbolc
  • Beltane
  • Lunasa

Sonnenfeste

Die vier Sonnenfeste werden nach astronomischen Konstellationen des Sonnenstandes bestimmt und werden auch als kleine Sabbate bezeichnet.
  • Litha, Sommersonnenwende
  • Yule, Wintersonnenwende
  • Ostara, Frühlingsäquinoktium
  • Mabon, Herbstäquinoktium

Die festen Daten
Diese Daten orientieren sich am Kalender und richten sich eher nicht nach dem exakten Sonnen- und Mondstand. Der Vorteil dieser Daten ist, dass sie jedes Jahr gleich sind.
Yule 21. Dezember Litha 21. Juni
Imbolc 01. Februar Lunasa 01. August
Ostara 21. März Mabon 21. September
Beltane 30. April auf 01. Mai Samhain 31. Oktober auf 01. November

Die variablen Daten
Diese Daten richten sich nach dem Stand von Mond und Sonne. Die genauen Sonnendaten findet man in fast jedem Kalender, als Frühlingsanfang (Ostara), Sommeranfang (Litha), Herbstanfang (Mabon) und Winteranfang (Yule). Um die Mondfeste bestimmen zu können, orientiert man sich an einem Mondkalender, die Mondfeste werden nach den Monden nach Yule bestimmt.
Yule Wintersonnenwende
(20. - 23. Dezember)
Litha Sommersonnenwende
(20. - 23. Juni)
Imbolc zum 2. Vollmond Lunasa am 8. Vollmond
Ostara Frühlingstagundnachtgleiche
(20. - 23. März)
Mabon Herbsttagundnachtgleiche
(20. - 23. September)
Beltane zum 5. Vollmond Samhain am 11. Schwarzmond
(vor dem 11. Vollmond)




Samhain
Mondfest

Samhain gilt als Fest des Spätherbstes, des Winteranfangs und als die Neujahrsnacht des Mondjahres.
Dem alten Glauben nach stehen in dieser Nacht die Tore zur Anderswelt offen,
der Schleier zum Reich der Geister sei so dünn, das diese auf der Erde wandeln und
sich die Lebenden in ihr Reich verirren können.
Daher gilt es als Fest der Geister und wird mit Andacht und Gedenken an die Ahnen und Verstorbenen,
wie auch der Vergänglichkeit allen Lebens abgehalten.
Die Natur begibt sich nun in den Ruhestand und es ist auch Zeit für den eigenen Rückzug.
Neue Hexen werden heute in die Welt der Magie eingeweiht.
In Anlehnung an dieses Fest findet mit Halloween der Brauchtum statt,
durch Kostümierungen und Lärm die Geister zu vertreiben,
sowie mit dem Entzünden von Kerzen diesen den Weg zurück in ihr Reich zu zeigen.
Nun beginnt auch die 5. Jahreszeit, die des Karnevals und Faschings.


Yule
Sonnenfest

Dies ist die längste Nacht des Jahres, die Wintersonnenwende.
Von nun an zieht sich die Dunkelheit langsam wieder zurück und die Sonne gewinnt wieder an Kraft.
An diesem Tag wird die Hexenweihnacht gefeiert, das Fest des Lichtes,
des Neubeginns und der Wiedergeburt der Sonne.
Das neue Sonnenjahr beginnt.


Imbolc
Mondfest

Der Winter geht langsam zu Ende und die Natur erwacht bald zu neuem Leben.
Mit dem Entzünden von neuem Licht wird die zunehmende Kraft der Sonne gefeiert.
Dieses Fest ist eine Feier der Unschuld und der Hoffnung, des Abschiedes und des Neuanfangs.
An diesem Tag werden neue Hexen in einen Zirkel initiiert und es ist eine gute Zeit für die innerliche und äußerliche Reinigung.


Ostara
Sonnenfest

An diesem Tag wird der Frühlingsbeginn gefeiert,
die Lebenskraft der Natur bringt nun alles zur Entfaltung und Blüte,
die beste Zeit für Fruchtbarkeitsrituale und für die Schöpfung neuer Lebenskräfte.
Tag und Nacht sind an diesem Tag gleichlang und es beginnt die Herrschaft eines neuen Planetenjahres.


Beltane
Mondfest

Beltane gilt als Fest des Sommeranfangs und des Feuers.
Diese Nacht wird traditionell sehr ausgelassen mit Tänzen und Gesängen an einem Feuer gefeiert,
man geht alten Bräuchen nach und feiert ein Fest der Liebe und Fruchtbarkeit.
Es ist auch eine gute Zeit um Wünsche zu äußern.


Litha
Sonnenfest

Die Erde hat den Zenit ihrer Reise um die Sonne erreicht,
von nun an werden die Tage wieder kürzer.
Trotzdem ist die Sommersonnenwende ein Feiertag des Lichts,
da heute der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres ist.
Die Mittsommernacht ist ein sehr günstiger Zeitpunkt für Wünsche und Weissagungen,
besonders wenn es um die Liebe geht.


Lughnasadh
Mondfest

Das Lammasfest (auch Schnitterfest) gilt als Erntedankfest der Hexen,
ein Fest des Reichtums und Überflusses.
Die erste Ernte ist nun reif und die Natur steht in ihrer vollen Blüte.
Die Natur wird in all ihrem Überfluss verehrt und darum gebeten,
uns an ihrem Überfluss teilhaben zu lassen.
Dieser Tag wird ausgelassen gefeiert, der Tisch verschwenderisch gedeckt,
mit allem was das Herz begehrt.
Neben Beltane dient das Fest auch dazu, menschliche Bindungen zu weihen.
Es ist die beste Zeit für Dankrituale.


Mabon
Sonnenfest

Dieses Fest entspricht ähnlich dem Lammasfest,
es steht auch für den feierlichen Abschied vom Sommer und
dient der innerlichen Vorbereitung auf den Winter und zur Selbstreflektion.
Tag und Nacht sind heute gleichlang und alles steht im Zeichen des Gleichgewichts.
Neben Danksagungen wird um Schutz und Gesundheit für die kommende,
kältere Jahreszeit gebeten.



Info

Der Jahreskreis (auch Jahresrad genannt), bezeichnet das von den Wicca's und Neuheiden (bzw auch anderer moderner Naturreligionen) gebräuchliche System von 8 jahreszeitlichen Festtagen, das den Zyklus von Werden und Vergehen in der Natur symbolisiert. Er ist nicht antiken Ursprungs sondern ist eine moderne Verbindung von keltischen und germanischen Festen, sowie welchen bronzezeitlichen Kulturen und moderne Neuschöpfungen. Das Christentum tat dies ähnlich und daher bestehen Ähnlichkeiten zwischen christlichen und naturreligiösen Festtagen. Aufgrund dessen findet man auch verschiedene Traditionen und Bräuche.